ZKB vs. Bank Cler: Geschäftskonto-Vergleich für Schweizer KMU (2026)

10. Mai 20269 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • ZKB ist die grösste Schweizer Kantonalbank mit unbeschränkter Staatsgarantie des Kantons Zürich und breitem Filialnetz in der Region Zürich.
  • Bank Cler ist eine im ganzen Deutschschweizer Raum tätige Bank, die zur Basler Kantonalbank (BKB) gehört und auf digitales Banking setzt.
  • Bank Cler bietet mit dem zak-Konto ein digitales Angebot mit günstigen Grundgebühren; ZKB ist für komplexe Firmenkundenbedürfnisse breiter aufgestellt.
  • Beide Banken sind FINMA-reguliert mit esisuisse-Einlagensicherung; ZKB hat zusätzlich die Kantonsgarantie Zürich.
  • Für digitale KMU ohne hohe persönliche Beratungsbedürfnisse ist Bank Cler eine günstige Alternative zu ZKB; für komplexe Finanzierungen und grössere Einlagen ist ZKB vorzuziehen.

ZKB und Bank Cler vertreten zwei unterschiedliche Philosophien im Schweizer KMU-Banking. Die Zürcher Kantonalbank ist die grösste Kantonalbank der Schweiz, tief im Zürcher Wirtschaftsleben verwurzelt und für das gesamte Spektrum von Firmenkundenbedürfnissen ausgerichtet. Bank Cler, im Besitz der Basler Kantonalbank, hat sich in den letzten Jahren als digital-orientierte Bank positioniert, die einfaches, günstiges Banking ohne übermässigen Verwaltungsaufwand anbietet. Der Vergleich zeigt, dass beide Banken ihre Berechtigung haben, aber für unterschiedliche Profile passen.

Kurze Antwort

ZKB ist die richtige Wahl für Zürcher KMU mit komplexen Finanzierungsbedürfnissen, grossen Einlagen und dem Wunsch nach persönlicher Firmenkundenbetreuung. Bank Cler ist die bessere Wahl für digital-affine KMU, die einfaches Zahlungsverkehrsbanking zu konkurrenzfähigen Preisen suchen und weniger auf Filialberatung angewiesen sind.

Auf einen Blick: ZKB vs. Bank Cler

KriteriumZKBBank Cler
InstitutstypKantonalbank (öffentlich-rechtlich)Tochtergesellschaft der BKB (Kantonalbank)
StaatsgarantieJa (Kanton Zürich, unbeschränkt)Indirekt via BKB (Kanton Basel-Stadt)
Einlagensicherungesisuisse + Kantonsgarantieesisuisse (CHF 100'000)
Regionale StärkeKanton ZürichGesamte Deutschschweiz / Grossraum Basel
Filialzahl100+ (Zürich)30+ (v. a. Basel und grössere Deutschschweizer Städte)
Digital-AngebotSolideDigital-first (zak-Infrastruktur)
Monatliche GrundgebührCa. CHF 15–30Ca. CHF 0–20 je nach Modell
KMU-KrediteJaJa
HypothekenJaJa
E-BankingJaJa
TWINTJaJa
Empfohlen fürZürcher KMU mit komplexen BedürfnissenDigital-affine KMU schweizweit

ZKB: Umfassendes Firmenkundenangebot mit Staatsgarantie

Die Zürcher Kantonalbank ist seit 1870 die führende Bank für Privatpersonen und Unternehmen im Kanton Zürich. Mit einer Bilanzsumme von über CHF 200 Mrd. und über 100 Filialen und Beratungszentren im Kanton Zürich ist ZKB die klare Marktführerin im Zürcher Firmenkundengeschäft.

Vollständiges Firmenkundenangebot

Für KMU bietet ZKB über das Standardkonto hinaus die gesamte Palette der Unternehmensfinanzierung: kurzfristige Betriebskredite, mittel- und langfristige Investitionsfinanzierungen, Avale und Bürgschaften, Dokumentargeschäft (Akkreditive, Inkassi) für importierende und exportierende Unternehmen, sowie Devisenterminkontrakte für die Absicherung von Fremdwährungsrisiken. Das macht ZKB zur Vollbank für KMU in Zürich, die mit dem Wachstum des Unternehmens skalieren kann, ohne die Bankbeziehung wechseln zu müssen.

Gründungsbegleitung

Für Startups in Zürich ist ZKB ein bewährter Erstpartner. Das Stammeinlagenkonto für GmbH-Gründungen (CHF 20'000) und AG-Gründungen (CHF 100'000 Mindestkapital) kann direkt bei ZKB eröffnet werden. Die Bankbestätigung für das Handelsregister wird nach vollständiger Einzahlung umgehend ausgestellt. Nach der Eintragung wird das Stammeinlagenkonto in ein reguläres Geschäftskonto überführt; der Wechsel ist nahtlos.

Staatsgarantie und Einlagensicherheit

ZKB-Einlagen sind über esisuisse bis CHF 100'000 gesichert und darüber hinaus durch die unbeschränkte Staatsgarantie des Kantons Zürich abgesichert. Für Unternehmen, die nach Finanzierungsrunden, saisonalen Umsatzspitzen oder aus Treuhandgründen grössere Beträge auf dem Konto halten, ist das ein konkreter Sicherheitsvorteil gegenüber jeder Privatbank.

Stärken von ZKB:

  • Staatsgarantie des Kantons Zürich; sicherste Einlagenform in der Schweiz
  • Breitestes Firmenkundenangebot in Zürich: von Kredit bis Dokumentargeschäft
  • Spezialisierte Firmenkundenberater für wachsende Unternehmen in Zürich
  • Gründungsbegleitung mit Stammeinlagekonto für GmbH und AG

Grenzen von ZKB:

  • Höhere Grundgebühren als schlankere Digital-Angebote
  • Traditionellere digitale Erfahrung im Vergleich zu Bank Cler
  • Ausserhalb Zürichs kaum Filialberatung möglich

Bank Cler: Digitale Bank mit kantonalbankähnlicher Rückendeckung

Bank Cler (früher Bank Coop) wurde 2017 zur Bank Cler umgebaut und gehört seit 2016 mehrheitlich der Basler Kantonalbank (BKB). Dieses Eigentümerverhältnis gibt Bank Cler eine kantonalbankähnliche Stabilität, während die Bank eigenständig als digital-orientiertes Institut operiert.

Digitales Banking als Kernstärke

Bank Cler hat stark in ihre digitale Infrastruktur investiert. Das zak-Produkt für Privatkunden zeigt, dass Bank Cler moderne App-Oberflächen und nutzerfreundliches Digital-Banking ernst nimmt. Für Geschäftskunden stellt Bank Cler eigenständige KMU-Kontolösungen bereit, die von derselben digitalen Grundstruktur profitieren: intuitive Oberflächen, schnelle Onboarding-Prozesse und transparente Gebührenstrukturen.

Geographische Verfügbarkeit

Bank Cler ist schweizweit tätig, hat aber ein schmaleres Filialnetz als ZKB oder grosse Kantonalbanken. Filialen befinden sich in Basel, Bern, Zürich, Luzern und anderen grösseren Städten. Für KMU ausserhalb der grossen Zentren ist Bank Cler de facto eine Digital-Nur-Bank mit gelegentlichen Filialbesuchen. Das ist für digital-affine Unternehmen kein Problem, für traditionellere Betriebe aber ein Einschränkung.

BKB-Hintergrund: Was er bedeutet

Die Basler Kantonalbank, der Mutterkonzern, ist eine staatlich garantierte Kantonalbank des Kantons Basel-Stadt. Einlagen bei Bank Cler direkt sind über esisuisse bis CHF 100'000 gesichert; die direkte kantonale Staatsgarantie des Kantons Basel-Stadt gilt für BKB, nicht automatisch für Bank Cler als Tochtergesellschaft. Wer maximale Einlagensicherheit über CHF 100'000 braucht, fährt mit ZKB oder einer direkten Kantonalbank sicherer.

KMU-Angebote und Kredite

Bank Cler bietet für KMU Betriebskredite, Investitionsfinanzierungen und Hypotheken auf Gewerbeliegenschaften an. Das Finanzierungsangebot ist weniger umfassend als bei ZKB, deckt aber die gängigen Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen ab.

Kosten und Gebühren

Bank Cler positioniert sich mit wettbewerbsfähigen Grundgebühren, die je nach Kontomodell zwischen CHF 0 und CHF 20 pro Monat liegen können. Für einfache Zahlungsverkehrskonten ohne intensive Beratungsbedürfnisse ist Bank Cler oft günstiger als ZKB.

Stärken von Bank Cler:

  • Digital-orientiertes Banking mit moderner App-Infrastruktur
  • Tiefe bis keine Grundgebühren für einfache Geschäftskonten
  • BKB als stabiler Mutterkonzern mit kantonalbankähnlicher Stabilität
  • Schweizweite Verfügbarkeit ohne regionale Einschränkung

Grenzen von Bank Cler:

  • Keine direkte eigene Staatsgarantie (nur esisuisse für Direkteinlagen)
  • Schmaleres Filialnetz; weniger persönliche Beratung vor Ort
  • Weniger umfassendes Firmenkundenangebot als ZKB (kein Dokumentargeschäft, weniger FX-Produkte)

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Kosten im direkten Vergleich

LeistungZKBBank Cler
Monatliche GrundgebührCa. CHF 15–30Ca. CHF 0–20
Inlandzahlung (E-Banking)Ca. CHF 0.20–0.30Ca. CHF 0.20–0.30
SEPA-Zahlung (Euro-Raum)Ca. CHF 5–15Ca. CHF 5–12
Kreditkarte (Jahresgebühr)Ca. CHF 100–150Ca. CHF 80–130
StammeinlagekontoKostenlosAuf Anfrage
Bargeldabhebung InlandKostenfrei (ZKB-Automaten)An BKB/Bank Cler-Automaten kostenfrei

Für Unternehmen mit einfachem Zahlungsverkehr und ohne intensive Beratungsbedürfnisse kann Bank Cler kostengünstiger sein. Sobald Finanzierungsprodukte, Dokumentargeschäft oder komplexe FX-Absicherungen benötigt werden, rechtfertigen ZKBs höhere Grundgebühren das breitere Leistungspaket.

Digitalbanking im Vergleich

Beide Banken bieten E-Banking und Mobile Banking Apps. Der Unterschied liegt in der Philosophie: ZKB entwickelt sein Digital-Banking evolutionär weiter; Bank Cler hat mit zak eine technologisch modernere Grundinfrastruktur aufgebaut und denkt digital-first.

Für Buchhaltungsintegrationen unterstützen beide Banken den ISO 20022-Standard. camt.053-Kontoauszüge können in bexio, Banana Accounting, Abacus und anderen Schweizer Systemen direkt verarbeitet werden. Beide Banken bieten pain.001-Upload für Sammelüberweisungen (Lohnzahlungen, Lieferantenrechnungen).

Der praktische Unterschied im Tagesgeschäft ist für die meisten KMU gering; beide Banken erfüllen die technischen Anforderungen für modernes Schweizer Geschäftskonto-Banking vollständig.

Gründungsbegleitung: Stammeinlagekonto bei ZKB und Bank Cler

Für Neugründungen in der Schweiz ist die Wahl der Hausbank für das Stammeinlagekonto ein frühzeitiger Schritt im Gründungsprozess. Bei einer GmbH-Gründung (Mindestkapital CHF 20'000) und einer AG-Gründung (Mindestkapital CHF 100'000, mindestens CHF 50'000 einbezahlt) muss das Stammkapital auf ein Sperrkonto eingezahlt werden, bevor das Handelsregister die Eintragung vornimmt.

ZKB für Zürcher Gründungen

ZKB ist für Zürcher Gründer die naheliegendste Wahl für das Stammeinlagekonto. Die Prozesse sind eingespielt: Kontoantrag, Einzahlung, Bankbestätigung, Vorlage beim Notar, Handelsregistereintrag, Freigabe des Stammkapitals. Die ZKB-Bankbestätigung wird nach vollständiger Einzahlung rasch ausgestellt; die Übergabe in ein reguläres Geschäftskonto nach Eintragung ist nahtlos. Für Gründer, die langfristig mit ZKB als Hausbank arbeiten wollen, empfiehlt es sich, von Beginn an diese Beziehung aufzubauen.

Bank Cler für digital-affine Gründer

Bank Cler bietet ebenfalls Stammeinlagekonto-Lösungen für Neugründungen an. Für digital-affine Gründer, die den gesamten Gründungsprozess möglichst papierlos abwickeln wollen, kann Bank Clers modernes Onboarding attraktiver wirken als ein traditioneller Bankprozess. Wer von Anfang an plant, mit Bank Cler zu arbeiten und Wert auf günstige Grundgebühren legt, kann das Stammeinlagekonto direkt bei Bank Cler eröffnen.

Empfehlung für Gründungen: Für Gründer in Zürich mit langfristiger Beziehung zu ZKB: ZKB. Für Gründer, die eine digital-orientierte Hausbank bevorzugen: Bank Cler. Beide Banken erfüllen die Anforderungen für das Stammeinlagekonto vollständig.

Wann ist welche Bank besser geeignet?

ZKB ist besser, wenn:

  • Ihr Unternehmen im Kanton Zürich ansässig ist und persönliche Bankberatung schätzt
  • Sie Finanzierungsprodukte, Avale oder Dokumentargeschäft benötigen
  • Grosse Einlagen über CHF 100'000 staatlich gesichert sein sollen
  • Sie eine GmbH oder AG gründen und das Stammeinlagenkonto in Zürich eröffnen wollen

Bank Cler ist besser, wenn:

  • Ihr Unternehmen schweizweit tätig ist und keine regionale Bankbeziehung in Zürich benötigt
  • Günstiges Zahlungsverkehrsbanking mit moderner digitaler Oberfläche Priorität hat
  • Filialbesuche selten oder nie nötig sind
  • Das Unternehmen klein ist und einfache Kontoführung ausreicht

Fazit: Unsere Empfehlung

ZKB ist die stärkere Wahl für Zürcher KMU und für Unternehmen, die das vollständige Spektrum der Firmenkundendienstleistungen nutzen wollen. Die Staatsgarantie, das spezialisierte Beratungsangebot und die Tiefe der Produktpalette rechtfertigen die höheren Grundgebühren für Unternehmen, die mehr als reine Kontoführung brauchen.

Bank Cler ist die richtige Alternative für digital-affine KMU, die unkompliziertes Zahlungsverkehrsbanking zu günstigen Konditionen suchen. Die BKB-Rückendeckung gibt Stabilität; das moderne Digitalangebot macht den Alltag einfach. Wer selten eine Bankfiliale betritt und keine komplexen Finanzierungsstrukturen benötigt, findet bei Bank Cler ein attraktiveres Preis-Leistungs-Verhältnis als bei ZKB.

ZKB Geschäftskonto

Grösste Schweizer Kantonalbank mit Staatsgarantie des Kantons Zürich: vollständiges Firmenkundenangebot von Zahlungsverkehr bis Dokumentargeschäft für Zürcher KMU

Ab ca. CHF 15/Monat

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Bank Cler Geschäftskonto

Digital-orientierte Bank mit kantonalbankähnlicher Stabilität: günstige Geschäftskonten, moderne digitale Infrastruktur und schweizweite Verfügbarkeit für KMU

Ab ca. CHF 0/Monat

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Haeufige Fragen

Ist Bank Cler eine Kantonalbank?
Bank Cler selbst ist keine Kantonalbank, gehört aber seit 2016 mehrheitlich der Basler Kantonalbank (BKB). BKB ist eine Kantonalbank mit staatlicher Garantie des Kantons Basel-Stadt. Einlagen bei Bank Cler profitieren indirekt von dieser Eigentümerstruktur, haben aber keine direkte eigene Kantonsgarantie wie ZKB.
Was ist zak bei Bank Cler?
zak ist das digitale Privatkonto-Angebot von Bank Cler, das 2018 lanciert wurde. Es ist ein vollständig app-basiertes Konto ohne Filialbesuche. Für Geschäftskunden bietet Bank Cler eigene KMU-Lösungen, die von der digitalen Infrastruktur profitieren. Die zak-Marke richtet sich primär an Privatkunden.
Hat ZKB günstigere Kontogebühren als Bank Cler?
Bank Cler positioniert sich mit kompetitiven Gebühren, insbesondere für das digitale Segment. ZKB berechnet in der Regel etwas höhere Grundgebühren, bietet dafür ein breiteres Firmenkundenangebot mit spezialisierten Beratern. Für einfaches Zahlungsverkehrs-KMU kann Bank Cler günstiger sein; für komplexere Anforderungen lohnen sich ZKBs höhere Gebühren meist.
Welche Bank ist für Startups in Zürich besser geeignet?
Für Zürcher Startups ist ZKB die naheliegendste Wahl: Stammeinlagenkonto, GmbH/AG-Gründungsbegleitung und der Ruf als führende Zürcher Unternehmensbank sprechen für ZKB. Bank Cler kann eine interessante Alternative sein, wenn das Startup primär digital arbeitet und Filialberatung nachrangig ist.
Michael Bauer

Michael Bauer

Startup-Finanzierung und Investoren

Michael Bauer analysiert Förderprogramme und Finanzierungsoptionen für Schweizer Startups. Er hat selbst ein Unternehmen gegründet.