VIAC vs. frankly: Säule 3a im Vergleich, Fintech oder ZKB-App? (2026)
Das Wichtigste in Kürze
- frankly ist die Säule-3a-App der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und basiert auf Swisscanto-Fonds; VIAC ist ein unabhängiger Fintech-Anbieter mit WIR-Bank-Stiftung.
- VIAC ist marginal günstiger (ca. 0,44 Prozent TER) als frankly (ca. 0,47 bis 0,55 Prozent TER); bei CHF 100'000 macht das ca. CHF 30 bis 100 pro Jahr aus.
- VIAC erlaubt bis zu 97 Prozent Aktienquote; frankly bis zu 95 Prozent.
- frankly hat den institutionellen Hintergrund der ZKB, einer der grössten und sichersten Banken der Schweiz mit kantonaler Staatsgarantie.
- Beide Anbieter bieten mehrere 3a-Konten und automatisches Rebalancing, das Wichtigste ist der Einstieg, nicht die Wahl zwischen den beiden.
VIAC und frankly bedienen dieselbe Zielgruppe: kostenbewusste Schweizer Erwerbstätige, die ihr Säule-3a-Guthaben renditeorientiert in ETF-basierte Portfolios investieren wollen, ohne das teure Versicherungsprodukt zu wählen. Der entscheidende Unterschied liegt im institutionellen Hintergrund: VIAC ist ein unabhängiger Fintech mit WIR-Bank-Stiftung; frankly ist die digitale Vorsorge-App der Zürcher Kantonalbank.
Kurze Antwort
VIAC und frankly sind beide ausgezeichnete Entscheidungen gegenüber einem traditionellen Versicherungs-3a. VIAC ist marginal günstiger und ermöglicht eine minimal höhere Aktienquote. frankly bietet den Rückhalt der ZKB und spricht Anleger an, die den Markennamen einer der grössten Schweizer Banken beruhigend finden. Bei langem Anlagehorizont empfiehlt sich ein Konto bei beiden.
Auf einen Blick: VIAC vs. frankly
| Kriterium | VIAC | frankly |
|---|---|---|
| TER Gebühren (ca.) | Ca. 0,44 Prozent / Jahr | Ca. 0,47 bis 0,55 Prozent / Jahr |
| Maximale Aktienquote | 97 Prozent | 95 Prozent |
| Fondsanbieter | Vanguard, iShares, CSIF (günstige ETFs) | Swisscanto (ZKB-Gruppe) |
| Trägerinstitution | WIR Bank Vorsorgestiftung | ZKB / Swisscanto Vorsorge |
| Institutioneller Rückhalt | WIR Bank (FINMA-reguliert) | ZKB (systemrelevant, Staatsgarantie) |
| Mehrere 3a-Konten | Ja | Ja |
| Nachhaltige Strategie | Ja | Ja |
| App-Qualität | Sehr gut | Sehr gut |
| Mindesteinlage | Keine | Keine |
| Jahresgebühr | Keine | Keine |
VIAC: Fintech-Pionier mit ETF-Direktzugang
VIAC hat den Markt für digitale 3a-Vorsorge 2017 mitbegründet und ist bis heute einer der meistgenutzten Anbieter. Der Fokus liegt auf konsequenter Kostenoptimierung und maximaler Transparenz.
Kostenführerschaft VIAC setzt auf die günstigsten globalen ETFs: Vanguard, iShares und CSIF-Indexfonds, die alle einen sehr tiefen Total Expense Ratio (TER) aufweisen. Die Verwaltungsgebühr von ca. 0,44 Prozent ist im Schweizer Markt unter den etablierten Anbietern sehr tief. Das macht VIAC für kostenoptimierte Anleger zur ersten Wahl.
Globale Diversifikation Die VIAC-Strategien decken globale Aktienmärkte ab: Nordamerika, Europa, Pazifik und Schwellenländer. Schweizer Aktien werden separat übergewichtet (Home-Bias). Anleihen, Immobilien und Liquidität ergänzen das Portfolio je nach Strategie. Das ergibt eine breite, günstige Diversifikation in einem einzigen 3a-Konto.
Automatisches Rebalancing VIAC rebalanciert das Portfolio automatisch, wenn die Allokation von der Zielquote abweicht. Das bedeutet: nach einem Börsencrash kauft VIAC automatisch Aktien nach; nach einem Boom werden Gewinne umgeschichtet. Das verhindert Klumpenrisiken ohne aktives Eingreifen des Anlegers.
Transparenz und Steuerübersicht VIAC stellt alle relevanten Informationen für die Steuererklärung direkt in der App bereit: aktueller Wert, Jahresbeitrag und die für den Steuerabzug relevanten Belege. Die Transparenz über Gebühren und Portfoliozusammensetzung ist beispielhaft.
frankly: Säule 3a mit ZKB-Rückhalt
frankly wurde 2019 von der Zürcher Kantonalbank lanciert und positioniert sich als digitale, kostengünstige Alternative zu traditionellen ZKB-Produkten. Die App ist eigenständig gebrandmarkt, aber das Kapital wird über die Swisscanto Vorsorge verwaltet, die zur ZKB-Gruppe gehört.
Institutioneller Rückhalt der ZKB Für viele Anlegerinnen und Anleger ist der ZKB-Hintergrund ein psychologischer Vorteil. Die ZKB ist eine der grössten und sichersten Schweizer Banken: systemrelevant, FINMA-reguliert und mit der unbeschränkten Staatsgarantie des Kantons Zürich ausgestattet. Obwohl die Staatsgarantie nicht direkt für das 3a-Stiftungsvermögen gilt, strahlt die Solidität der ZKB auf das frankly-Produkt ab.
Swisscanto-Fonds frankly investiert in Swisscanto-Fonds, eine etablierte Schweizer Fondspalette. Die Swisscanto-Fonds sind qualitativ hochwertig, aber etwas teurer als die ETFs von Vanguard oder iShares. Das erklärt den marginalen Gebührenunterschied zu VIAC. Für Anleger, die Schweizer Fondslösungen gegenüber ausländischen ETF-Anbietern bevorzugen, ist das ein Vorteil.
Verfügbare Strategien frankly bietet Strategien von «Vorsorge 0» (100 Prozent Obligationen) bis «Vorsorge 95» (95 Prozent Aktien). Die Benennung ist anders als bei VIAC, die Grundstruktur ist ähnlich. Die maximale Aktienquote von 95 Prozent ist leicht tiefer als VIACs 97 Prozent.
Nachhaltige Anlage frankly bietet Strategien mit Nachhaltigkeitsfilter (ESG) an. Die Swisscanto-Nachhaltigkeitsfonds gelten als gut positioniert im Bereich verantwortungsvolles Investieren und entsprechen schweizerischen Standards.
Integration im ZKB-Ökosystem Für bestehende ZKB-Kunden bietet frankly den Vorteil, alle Bankprodukte bei einem Institut zu sehen. Die Integration mit dem ZKB-E-Banking ist vorhanden, wenn auch nicht so eng wie bei einer vollständig integrierten Lösung.
Gebühren im direkten Vergleich
| Position | VIAC | frankly |
|---|---|---|
| TER Gebühr pro Jahr | Ca. 0,44 Prozent | Ca. 0,47 bis 0,55 Prozent |
| Auf CHF 20'000 Guthaben | Ca. CHF 88 / Jahr | Ca. CHF 94 bis 110 / Jahr |
| Auf CHF 50'000 Guthaben | Ca. CHF 220 / Jahr | Ca. CHF 235 bis 275 / Jahr |
| Auf CHF 100'000 Guthaben | Ca. CHF 440 / Jahr | Ca. CHF 470 bis 550 / Jahr |
| Abschlussgebühr | Keine | Keine |
| Jahresgebühr | Keine | Keine |
Über einen Anlagehorizont von 20 Jahren mit CHF 50'000 Endguthaben beläuft sich der Gebührenunterschied auf ca. CHF 300 bis 1'100. Das ist spürbar, aber weniger entscheidend als die Frage, ob man überhaupt investiert.
Langzeitsimulation: Was kosten 0,1 Prozent Gebührenunterschied wirklich?
Ausgangslage: CHF 7'000 Jahresbeitrag, 25 Jahre Anlagehorizont, 6 Prozent Bruttorendite vor Gebühren.
VIAC (0,44 Prozent TER): Nettorendite: 5,56 Prozent pro Jahr. Endkapital nach 25 Jahren: ca. CHF 376'000.
frankly (0,50 Prozent TER als Mittelpunkt): Nettorendite: 5,50 Prozent pro Jahr. Endkapital nach 25 Jahren: ca. CHF 370'000.
Differenz: ca. CHF 6'000 über 25 Jahre. Das entspricht weniger als einem Jahresbeitrag. Für die meisten Anleger ist das kein ausschlaggebendes Kriterium, die Wahl des Anbieters hat deutlich weniger Einfluss als die Höhe und Regelmässigkeit der Beiträge.
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Praxisbeispiele
Szenario 1: 30-jährige Angestellte, ZKB-Kundin seit Jahren Für eine ZKB-Kundin, die bereits das ZKB-E-Banking täglich nutzt und einen vertrauten Anbieter bevorzugt, ist frankly die natürliche Wahl. Der Gebührenunterschied zu VIAC ist klein, und der Komfort einer bekannten Institution überwiegt.
Szenario 2: 35-jähriger Vorsorge-Optimierer, keine ZKB-Beziehung Für jemanden ohne ZKB-Bindung, der konsequent auf tiefste Kosten setzt, ist VIAC die marginale bessere Wahl. Die tieferen TER-Gebühren und die leicht höhere Aktienquote machen über 30 Jahre einen kleinen, aber messbaren Unterschied.
Szenario 3: 40-jährige Selbständige, zwei 3a-Konten geplant Die Empfehlung für Selbständige mit hohen Beitragsvolumen: erstes Konto bei VIAC (tiefste Gebühren für grosse Summen), zweites Konto bei frankly oder finpension (Diversifikation der Stiftungsrisiken und steuerliche Staffelung). Der kombinierte Ansatz ist optimal.
Häufige Fehler
Häufiger Fehler: denken, die ZKB-Staatsgarantie schütze frankly-Guthaben vollständig
Die kantonale Staatsgarantie der ZKB gilt für Bankeinlagen, nicht direkt für Vorsorgestiftungsgelder. Das 3a-Guthaben bei frankly ist in einer separaten Stiftung gehalten. Der Schutz kommt aus dem Stiftungsrecht, nicht aus der ZKB-Staatsgarantie. Beides ist sicher, aber aus verschiedenen rechtlichen Gründen.
Häufiger Fehler: Strategie zu konservativ wählen
Viele Anleger wählen bei der Eröffnung eine konservative Strategie (50 oder 60 Prozent Aktien) aus übertriebener Vorsicht. Bei einem Anlagehorizont von über 15 Jahren ist eine hohe Aktienquote (80 bis 97 Prozent) statistisch überlegen. Die Volatilität unterwegs ist real, aber der Anlagehorizont in der Säule 3a ist von Natur aus lang.
Häufiger Fehler: 3a-Bezug nicht im Voraus planen
Die 3a-Auszahlung löst eine Einkommenssteuer (zu reduziertem Satz, aber getrennt von übrigem Einkommen besteuert) aus. Wer frühzeitig mehrere Konten anlegt und die Bezüge über mehrere Jahre staffelt, kann die Steuerbelastung erheblich senken. Diese Planung sollte 5 bis 10 Jahre vor der Pensionierung beginnen, nicht erst kurz davor.
Sicherheit: Stiftungsschutz bei beiden Anbietern
3a-Guthaben sind rechtlich stärker geschützt als normale Bankeinlagen:
VIAC: Guthaben in der Vorsorgestiftung der WIR Bank. Diese Stiftung ist eine eigenständige juristische Person; ihr Vermögen ist nicht Teil der WIR-Bank-Bilanz und nicht für deren Gläubiger zugänglich.
frankly: Guthaben über die Swisscanto Vorsorge AG verwaltet und in einer Stiftung gehalten. Auch hier ist das Stiftungsvermögen rechtlich getrennt von der ZKB-Bilanz.
ETF-Sondervermögen: Die zugrundeliegenden ETFs und Fonds sind Sondervermögen (fondsinterne Struktur, nicht Teil des Bilanzvermögens des Fondsanbieters). Selbst wenn Vanguard oder Swisscanto Insolvenz anmelden würden, wären die Fondsvermögen separat geschützt.
Checkliste: VIAC oder frankly?
VIAC wählen, wenn:
- Tiefste Gebühren das primäre Kriterium sind
- Eine Aktienquote über 95 Prozent gewünscht wird (bis 97 Prozent)
- Kein bestehendes ZKB-Kundenverhältnis vorhanden ist
- Unabhängigkeit vom Bankenestablishment bevorzugt wird
frankly wählen, wenn:
- ZKB bereits als Hauptbank genutzt wird
- Der institutionelle Rückhalt einer der grössten Schweizer Banken beruhigend wirkt
- Swisscanto-Fonds als Schweizer Alternative zu ausländischen ETF-Anbietern bevorzugt werden
- Die Integration mit dem ZKB-Ökosystem geschätzt wird
Fazit
VIAC und frankly sind beide ausgezeichnete Alternativen zu teuren Versicherungsprodukten oder renditeschwachen 3a-Sparkonten. VIAC bietet marginal tiefere Gebühren und eine etwas höhere Aktienquote. frankly bietet den institutionellen Hintergrund der ZKB und Swisscanto-Fonds.
Die optimale Strategie: beide nutzen. Ein Konto bei VIAC, eines bei frankly, beide regelmässig bespielen, steuerlich staffeln und beim Bezug jährlich ein Konto auflösen. Das ist die günstigste, diversifizierteste und steuerlich optimalste Vorsorgestrategie.
VIAC
Der meistgenutzte digitale 3a-Anbieter der Schweiz: tiefste ETF-Gebühren, bis 97 Prozent Aktienquote, automatisches Rebalancing und ausgezeichnete App
Ca. 0,44 Prozent TER / Jahr, keine Grundgebühr
frankly
Die digitale Säule-3a-App der ZKB: Swisscanto-Fonds, bis 95 Prozent Aktienquote und der institutionelle Rückhalt einer der grössten Schweizer Banken
Ca. 0,47 bis 0,55 Prozent TER / Jahr, keine Grundgebühr
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Haeufige Fragen
Was ist frankly genau?
Hat frankly eine kantonale Staatsgarantie der ZKB?
Warum kostet frankly etwas mehr als VIAC?
Kann ich bei frankly mehrere 3a-Konten eröffnen?
Ist VIAC oder frankly besser für Einsteiger?
Gibt es einen Grund, sowohl VIAC als auch frankly zu nutzen?
David Mueller
Banking und Buchhaltungs-Tools
David Mueller vergleicht Geschäftskonten, Buchhaltungssoftware und SaaS-Tools für Schweizer KMU. Er ist selbst Gründer und CFO.