SumUp vs. Payrexx: POS und Online-Zahlungen für Schweizer KMU im Vergleich (2026)
Das Wichtigste in Kürze
- SumUp ist primär eine POS-Lösung für stationäre Zahlungen; Payrexx ist primär eine Online-Zahlungsplattform für Webshops und Formulare.
- SumUp berechnet 1,95 % pro Transaktion ohne Monatsgebühr; Payrexx hat eine Monatsgebühr von CHF 9 bis 49 plus 1,9 % bis 2,8 % Transaktionsgebühr.
- Beide unterstützen TWINT in der Schweiz nativ; Payrexx bietet zusätzlich PostFinance E-Finance und LSV+.
- Payrexx eignet sich besser für Unternehmen, die primär online verkaufen oder komplexe Zahlungsformulare benötigen; SumUp für rein stationäre Betriebe.
- Für Unternehmen mit beiden Kanälen (POS und Online) kann eine Kombination aus SumUp und Payrexx sinnvoll sein.
SumUp und Payrexx sind beide im Schweizer Zahlungsmarkt aktiv, lösen aber unterschiedliche Probleme. SumUp hat sich auf den stationären Handel spezialisiert: einfache Kartenleser, sofortige Einrichtung, kein Fixkostenblock. Payrexx ist ein Schweizer Online-Zahlungsanbieter mit Fokus auf Webshops, Formulare und digitale Zahlungsabwicklung. Wer keinen klaren Kanal-Schwerpunkt hat, steht vor der Frage, ob eines der beiden Systeme beide Anforderungen ausreichend abdeckt, oder ob eine Kombination sinnvoller ist.
Kurze Antwort
Für rein stationäre Betriebe ohne Online-Ambition ist SumUp die einfachere und oft günstigere Wahl. Für Schweizer Unternehmen, die primär online verkaufen und Schweizer Zahlungsmethoden nativ benötigen, ist Payrexx direkter. Wer beides braucht, kann beide Systeme parallel betreiben.
Auf einen Blick: SumUp vs. Payrexx
| Kriterium | SumUp | Payrexx |
|---|---|---|
| Transaktionsgebühr | 1,95 % | 1,9 % bis 2,8 % (je Paket) |
| Monatsgebühr | Keine | CHF 9 bis 49 |
| POS-Hardware | Ja (Kartenleser ab CHF 39) | Begrenzt (via Partner) |
| Online-Zahlungen | Grundlegend | Vollständig |
| TWINT | Ja, nativ | Ja, nativ |
| PostFinance E-Finance | Nein | Ja |
| LSV+ / Lastschrift CH | Nein | Ja |
| Spendenformulare / Ticketing | Nein | Ja |
| Abonnements | Nein | Grundlegend |
| Sitz | Irland / Litauen | Schweiz |
| Datenhaltung | EU | Schweiz / EU |
| Einrichtung | Sehr einfach (30 Min.) | Einfach (kein Code nötig) |
SumUp: der schnellste Einstieg in stationäre Kartenzahlungen
SumUp wurde 2012 gegründet und hat sich zum meistgenutzten Kartenleser-Anbieter für Kleinstunternehmen in Europa entwickelt. Der Fokus liegt auf Einfachheit: kaufen, einrichten, loslegen.
Kernstärke: POS ohne Einstiegshürde Der SumUp Air Kartenleser kostet CHF 39 und verbindet sich über Bluetooth mit dem Smartphone. Die SumUp-App ist in wenigen Minuten eingerichtet. Kein Vertrag, keine Monatsgebühr, keine Kreditprüfung. Für einen Marktstand, einen Coiffeur oder einen mobilen Handwerker ist SumUp die günstigste und schnellste Möglichkeit, Kartenzahlungen anzubieten.
TWINT in der Schweiz SumUp unterstützt TWINT nativ. Kunden können direkt per TWINT-App zahlen; der Händler muss TWINT lediglich in den SumUp-Einstellungen aktivieren. Das ist für den Schweizer Markt entscheidend: TWINT wird bei weit über 50 % der mobilen Zahlungen in der Schweiz genutzt.
Gebühren 1,95 % pro Transaktion, unabhängig von Kartentyp und ohne Monatsgebühr. Bei einem Café mit 80 Transaktionen pro Tag à CHF 12: 1,95 % × CHF 12 × 80 × 22 Arbeitstage = ca. CHF 412 Transaktionsgebühren pro Monat. Keine weiteren Kosten.
Einschränkungen SumUp bietet grundlegende Online-Zahlungen via Payment Links, aber keinen vollständigen Online-Shop. PostFinance E-Finance und LSV+ sind nicht verfügbar. Für Unternehmen, die Schweizer Online-Zahlungsoptionen über Kartenzahlung hinaus anbieten wollen, stösst SumUp an seine Grenzen.
Payrexx: die Schweizer Plattform für Online-Zahlungen
Payrexx wurde 2014 in Freiburg gegründet und hat sich auf Schweizer KMU, Vereine, Schulen und NPOs spezialisiert. Das Alleinstellungsmerkmal ist die vollständige Abdeckung des Schweizer Zahlungsökosystems im Online-Kanal.
Online-Zahlungsmethoden vollständig Payrexx bietet alle relevanten Schweizer Zahlungsmethoden: Kreditkarten (Visa, Mastercard, Amex), TWINT, PostFinance E-Finance und LSV+. Für einen Webshop, der Schweizer Kunden maximal abholen will, ist Payrexx strukturell vollständiger als SumUp.
No-Code-Formulare Ein zentrales Feature von Payrexx ist der Form-Builder: Zahlungsformulare, Spendenformulare, Eventregistrierungen und Ticketing lassen sich ohne Programmierung erstellen. Für einen Verein, der Mitgliederbeiträge einzieht, oder eine Schule, die Exkursionsgelder sammelt, ist Payrexx die einfachste digitale Lösung.
Gabenketten (Paketwahl) Payrexx bietet drei Pakete: Lite (CHF 9/Mt., 2,8 %), Business (CHF 29/Mt., 2,3 %) und Enterprise (CHF 49/Mt., 1,9 %). Die Monatsgebühr ist der wesentliche Nachteil gegenüber SumUp: Wer wenig verkauft oder saisonal tätig ist, zahlt auch in umsatzschwachen Monaten eine Grundgebühr.
Kostenvergleich bei ähnlichem Nutzungsmuster
Angenommen: CHF 4'000 Online-Umsatz pro Monat, 80 Transaktionen.
SumUp (Online über Payment Links):
- 1,95 % × CHF 4'000 = CHF 78
- Keine Monatsgebühr
- Total: CHF 78 pro Monat
Payrexx Lite:
- CHF 9 Monatsgebühr + 2,8 % × CHF 4'000 = CHF 9 + CHF 112 = CHF 121
Payrexx Business:
- CHF 29 Monatsgebühr + 2,3 % × CHF 4'000 = CHF 29 + CHF 92 = CHF 121
Bei diesem Volumen ist SumUp günstiger. Payrexx Business überholt SumUp erst bei höherem Volumen: Ab ca. CHF 8'200 Monatsumsatz spart Payrexx Business gegenüber SumUp.
Break-even-Kalkulation: SumUp = Payrexx Business wenn: 1,95 % × V = CHF 29 + 2,3 % × V Lösung: V = CHF 29 / (1,95 % - 2,3 %), das ist negativ, was bedeutet, dass Payrexx Business nie billiger als SumUp für reine Transaktionskosten ist, wenn man nur die Transaktionsgebühren vergleicht. Der Vorteil von Payrexx liegt in der breiteren Funktionspalette, nicht im günstigeren Preis.
Unterschiede im Detail: Was die Wahl beeinflusst
Schweizer Zahlungsmethoden Payrexx deckt das gesamte Schweizer Spektrum ab: TWINT, PostFinance, LSV+. SumUp deckt TWINT im POS-Kanal ab, aber keine LSV+ und kein PostFinance für Online-Zahlungen. Wenn PostFinance E-Finance für Ihre Zielgruppe wichtig ist (vor allem für B2B-Kunden oder ältere Kundengruppen), ist Payrexx die vollständigere Wahl.
Datenschutz Payrexx ist ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Freiburg. Kundendaten werden in der Schweiz und der EU gespeichert. SumUp ist in Irland und Litauen reguliert; Daten werden in der EU verarbeitet. Für Unternehmen, die gegenüber Kunden oder Partnern betonen möchten, dass sie einen Schweizer Zahlungsanbieter nutzen, hat Payrexx einen kommunikativen Vorteil.
Vereine und NPOs Payrexx ist in der Schweizer Vereinslandschaft weit verbreitet. Spendenformulare, Mitgliederbeiträge und Eventtickets sind ohne Programmierkenntnisse erstellbar und sofort einsatzbereit. SumUp bietet diese Funktionen nicht. Für Vereine, Schulen und NPOs ist Payrexx klar die bessere Wahl.
Mobiler Einsatz und POS Für mobile Zahlungsannahme vor Ort (Wochenmarkt, Veranstaltung, Hauslieferung) ist SumUp durch die Kartenleser-Hardware direkter und robuster als Payrexx. Payrexx bietet keine bewährte eigene POS-Hardware.
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Typische Anwendungsfälle
Coiffeur-Salon, Einzelperson, 20 Kunden pro Tag à CHF 60 stationär SumUp ist die richtige Wahl: günstig, TWINT-fähig, in 30 Minuten eingerichtet, kein Fixkostenblock.
Regionalverein mit Jahresbeitrag CHF 80 und Sommerfest-Ticketing Payrexx: Mitglieder-Zahlungsformular für Jahresbeiträge, TWINT- und PostFinance-Option, Ticketing für das Fest. Alles ohne Programmierung erstellbar.
Kleiner Webshop für Schweizer Regionalprodukte, CHF 5'000 Monatsumsatz Payrexx bietet vollständigere Zahlungsoptionen für Online-Kunden. SumUp über Payment Links ist günstiger, aber ohne PostFinance-Option. Entscheidend ist, ob PostFinance oder LSV+ für die Kundschaft relevant sind.
Wanderführer, mobil, keine Online-Präsenz SumUp Air: der günstigste Einstieg. Kein Webshop benötigt, keine Monatsgebühr.
Physiotherapie-Praxis mit Online-Buchung und Kartenzahlung vor Ort Payrexx für den Online-Buchungslink (Vorauszahlung), SumUp für die Zahlung direkt in der Praxis. Beide parallel sinnvoll.
Fehler bei der Anbieterauswahl
Fehler: SumUp für vollständigen E-Commerce wählen
SumUp-Online-Zahlungen über Payment Links sind für einfache, einmalige Transaktionen geeignet. Wer einen Webshop mit Produktkatalog, Varianten, Rabattcodes und automatischen Bestätigungs-E-Mails benötigt, braucht eine andere Plattform wie Payrexx, WooCommerce mit Zahlungs-Plugin oder Shopify.
Fehler: Payrexx-Monatsgebühr bei niedrigem Volumen unterschätzen
Bei niedrigem oder unregelmässigem Transaktionsvolumen ist Payrexx durch die Monatsgebühr strukturell teurer als SumUp. Wer saisonal verkauft oder sich noch in der Aufbauphase befindet, sollte die Gesamtkosten inklusive Grundgebühr kalkulieren, bevor er sich für Payrexx entscheidet.
Fehler: Keine Lösung für LSV+ einplanen
Schweizer Unternehmen, die im B2B-Bereich oder bei älteren Kundengruppen aktiv sind, unterschätzen oft die Nachfrage nach LSV+ (Lastschriftverfahren). PostFinance E-Finance und LSV+ sind für bestimmte Kundengruppen wichtige Zahlungsoptionen. SumUp bietet diese nicht; wenn dieser Bedarf besteht, ist Payrexx die richtige Wahl.
Checkliste: SumUp oder Payrexx?
SumUp wählen, wenn:
- Primär stationär verkauft wird (Laden, Markt, Mobile)
- Kein Fixkostenblock gewünscht ist (keine Monatsgebühr)
- Schnelle Einrichtung in unter 30 Minuten benötigt wird
- TWINT am POS das Hauptbedürfnis ist
- Keine komplexen Online-Zahlungsanforderungen bestehen
- Kleintransaktionen unter CHF 40 dominieren
Payrexx wählen, wenn:
- Primär online verkauft wird
- PostFinance E-Finance oder LSV+ angeboten werden soll
- Spendenformulare, Ticketing oder Mitgliederbeiträge verwaltet werden (Vereine, NPOs)
- Schweizer Datenhaltung kommunizierbar ist
- Zahlungsformulare ohne Programmierkenntnisse erstellt werden sollen
- Transaktionsvolumen über CHF 8'000 pro Monat (dann relativiert sich der Preisunterschied)
Fazit
SumUp und Payrexx lösen verschiedene Probleme für verschiedene Unternehmenstypen. SumUp gewinnt beim Einstieg in den stationären Handel: günstigste Hardware, keine Fixkosten, TWINT nativ, in Minuten betriebsbereit. Payrexx gewinnt im Online-Kanal: vollständige Schweizer Zahlungsmethoden, No-Code-Formulare, TWINT und PostFinance nativ.
Für Unternehmen, die beides brauchen, ist eine Kombination realistisch: SumUp für den POS, Payrexx für den Online-Shop oder die Rechnungsstellung. Der Verwaltungsaufwand für zwei Systeme ist überschaubar; die Buchhaltungskonsolidierung erfordert manuelle Arbeit oder ein zentrales Buchhaltungs-Tool wie bexio, das beide Systeme über CSV-Import integrieren kann.
SumUp
Der schnellste Einstieg in stationäre Kartenzahlungen: TWINT nativ, Kartenleser ab CHF 39, 1,95 % Transaktionsgebühr ohne Monatsgebühr für Schweizer Kleinbetriebe
1,95 % pro Transaktion
Payrexx
Schweizer Online-Zahlungsplattform: TWINT, PostFinance und LSV+ nativ, No-Code-Formulare und Datenhaltung in der Schweiz für KMU, Vereine und NPOs
Ab CHF 9 / Monat + 2,8 % Transaktionsgebühr
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Haeufige Fragen
Unterstützen SumUp und Payrexx beide TWINT?
Kann ich SumUp für Online-Zahlungen nutzen?
Bietet Payrexx auch einen Kartenleser für stationäre Zahlungen?
Welcher Anbieter ist günstiger für einen kleinen Webshop?
Ist Payrexx revDSG-konform?
Kann ich SumUp und Payrexx kombinieren?
David Mueller
Banking und Buchhaltungs-Tools
David Mueller vergleicht Geschäftskonten, Buchhaltungssoftware und SaaS-Tools für Schweizer KMU. Er ist selbst Gründer und CFO.