Bank Cler vs. BEKB: Nationale Retailbank gegen Berner Kantonalbank (2026)
Das Wichtigste in Kürze
- Die BEKB trägt die Staatsgarantie des Kantons Bern; Bank Cler besitzt keine Staatsgarantie, obwohl ihre Muttergesellschaft (BKB) eine solche des Kantons Basel-Stadt trägt.
- Die BEKB hat ca. 70 bis 80 Filialen im Kanton Bern und Umgebung; Bank Cler betreibt ca. 30 Filialen national, primär in Grossstädten.
- Die BEKB ist eine vollwertige KMU-Kreditgeberin mit Kontokorrent, Investitionsfinanzierungen und Hypotheken; Bank Cler ist primär auf Privatkundengeschäft und einfaches Unternehmensbankdrückt ausgerichtet.
- Bank Cler positioniert sich als digital-affine Bank mit Zak-App; die BEKB hat ein starkes E-Banking mit Standard-Funktionalität.
- Für Berner KMU mit Kreditbedarf ist die BEKB die klarere Wahl; für Einzelunternehmer ohne Kreditbedarf in Grossstädten ist Bank Cler eine günstigere Alternative.
Bank Cler und die BEKB sind auf den ersten Blick ähnlich: beide sind mittelgrosse Banken mit Fokus auf Privatkunden und Kleinunternehmen in der Schweiz. Bei näherer Betrachtung offenbaren sich jedoch wesentliche Unterschiede in Eigentümerstruktur, Staatsgarantie, KMU-Kreditkompetenz und regionalem Fokus. Für Unternehmerinnen und Unternehmer im Kanton Bern und Umgebung ist dieser Vergleich besonders relevant.
Kurze Antwort
Für KMU im Kanton Bern mit Kreditbedarf, Hypothekarplänen oder dem Wunsch nach sicherem Einlagenschutz über CHF 100'000 ist die BEKB die überlegenere Wahl. Bank Cler eignet sich besser für national tätige Einzelunternehmer, Freelancer und Kleinstbetriebe ohne Kreditbedarf, die digitales Banking mit nationaler Reichweite suchen.
Auf einen Blick: Bank Cler vs. BEKB
| Kriterium | Bank Cler | BEKB |
|---|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft (Tochter der BKB) | Kantonalbank (Kanton Bern, 51,5% Kantonseigentum) |
| Gründungsjahr | 1927 (Cler-Brand seit 2018) | 1834 |
| Hauptsitz | Basel | Bern |
| Eigentümer | Basler Kantonalbank (100%) | Kanton Bern (51,5%), öffentliche Aktionäre |
| Staatsgarantie | Nein | Ja (Kanton Bern) |
| Einlagen über CHF 100'000 | esisuisse-Grenze | Staatsgarantie (unbegrenzt) |
| Filialnetz | Ca. 30 (national, Grossstädte) | Ca. 70 bis 80 (Kanton Bern, Freiburg, SO) |
| Regionale Abdeckung | National | Kanton Bern, Freiburg, Teile SO |
| KMU-Kreditgeschäft | Eingeschränkt (Fokus Privatkunden) | Vollständig |
| Hypotheken | Primär Privat | Ja (Privat und Gewerbe) |
| Digitale Kanäle | Zak-App, E-Banking | E-Banking, Mobile-App |
| Für wen | Einzelunternehmer, Freelancer, Kleinstbetriebe | KMU im Kanton Bern mit Kreditbedarf |
Bank Cler: die digital-affine nationale Retailbank
Bank Cler entstand aus der Umbenennung der Coop Bank und gehört heute vollständig der Basler Kantonalbank (BKB). Die strategische Neuausrichtung als Bank Cler im Jahr 2018 war verbunden mit einem klaren Bekenntnis zu digitalen Kanälen und einer breiteren nationalen Ausrichtung.
Zak: digitales Banking als Produktversprechen
Das Herzstück der Bank-Cler-Digitalisierungsstrategie ist die Zak-App. Zak ermöglicht einfaches Finanzmanagement: Budgetplanung, mehrere Sparkonten, Kartenverwaltung und Zahlungsverkehr. Für Selbstständige und Kleinstbetriebe, die ihre Finanzen übersichtlich und mobil verwalten wollen, ist Zak ein ansprechendes Interface. Die App-first-Philosophie von Bank Cler unterscheidet sich von der eher traditionellen, E-Banking-lastigen Infrastruktur der BEKB.
Nationales Netz mit Stadtfokus
Bank Cler betreibt ca. 30 Filialen, verteilt über grössere Schweizer Städte: Zürich, Bern, Basel, Luzern, Genf und weitere urbane Zentren. Diese nationale Ausrichtung macht Bank Cler für Unternehmer interessant, die nicht in einer Region verwurzelt sind, sondern in der ganzen Schweiz tätig sind.
In Bern selbst ist Bank Cler mit einer Handvoll Filialen präsent; im Vergleich zum dichten BEKB-Netz im Kanton Bern ist der Unterschied aber deutlich spürbar.
Unternehmensprodukte: einfach und zugänglich
Bank Cler bietet Geschäftskonten für Einzelunternehmer, einfache Gesellschaften und Kleinstbetriebe. Das Produktangebot deckt den Grundbedarf: Zahlungsverkehr, Debitkarte, Sparkonten und grundlegende Anlageprodukte. Für KMU mit komplexem Kreditbedarf, Betriebsmittelfinanzierungen oder gewerblichen Hypotheken ist Bank Cler aber nicht der spezialisierte Partner.
Wettbewerbsfähige Sparkonditionen
Bank Cler ist bekannt für attraktive Zinsen auf Sparkonten und Festgeld, besonders im Privatkundenbereich. Für Unternehmer, die private Ersparnisse oder Unternehmensreserven zinsbringend anlegen wollen, kann Bank Cler interessante Konditionen bieten. Diese Stärke unterscheidet sich vom KMU-Kredit-Fokus der BEKB.
Eigenständigkeit als Tochter der BKB
Bank Cler ist formal unabhängig von der BKB, auch wenn die Muttergesellschaft 100%-Eigentümerin ist. Die Staatsgarantie der BKB (Kanton Basel-Stadt) erstreckt sich nicht auf Bank Cler als Tochtergesellschaft. Einlagen bei Bank Cler sind über die esisuisse bis CHF 100'000 geschützt, nicht durch eine Staatsgarantie.
BEKB: die Kantonalbank mit Tradition im Kanton Bern
Die BEKB wurde 1834 als Berner Kantonalbank gegründet und ist seither das zentrale Bankinstitut des Kantons Bern. Mit rund 51,5% Kantonsbeteiligung ist die BEKB politisch und wirtschaftlich tief im Berner Kontext verankert.
Staatsgarantie: struktureller Vorteil
Die Staatsgarantie des Kantons Bern ist das wichtigste Alleinstellungsmerkmal der BEKB gegenüber Bank Cler. Gemäss Kantonalbankgesetz haftet der Kanton Bern für alle Verbindlichkeiten der BEKB. Das bedeutet:
- Einlagen jeder Höhe sind unbegrenzt staatsgesichert
- Das Ausfallrisiko ist faktisch eliminiert durch kantonale Haftung
- Für Unternehmen mit hohen Liquiditätsreserven ist die BEKB strukturell sicherer als Bank Cler
Diese Garantie hat historisch und aktuell einen realen Wert: Schweizer Kantonalbanken mit Staatsgarantie haben sich in Krisenzeiten als stabiler erwiesen als privatwirtschaftliche Institute ohne diese Rückendeckung.
Dichtes Filialnetz im Kanton Bern
Die BEKB betreibt ca. 70 bis 80 Filialen und Agenturen, die sich auf den Kanton Bern und angrenzende Gebiete in Freiburg und Solothurn konzentrieren. Für Unternehmer in ländlichen Gemeinden des Kantons Bern, in Langnau im Emmental, Burgdorf, Interlaken oder Münsingen, ist die BEKB oft die einzige nahegelegene Bankadresse. Bank Cler ist in diesen Gemeinden nicht präsent.
Diese Flächenpräsenz bedeutet: persönliche Beratung, Schalterservice und Bareinzahlungen sind im gesamten Kanton Bern verfügbar. Für Handwerksbetriebe, Gastronomie und Detailhandel mit Bargeldumsatz ist das ein praktischer Vorteil.
Vollständiges KMU-Kreditgeschäft
Die BEKB ist seit Jahrzehnten erfahren im KMU-Kreditgeschäft: Kontokorrentkredite, Betriebsmittelfinanzierungen, Investitionskredite für Maschinen und Fahrzeuge sowie Hypotheken auf Wohn- und Gewerbeimmobilien. Für Unternehmer, die im Kanton Bern wachsen wollen, ist die BEKB ein vollständiger Bankpartner.
Die Kreditentscheide werden regional getroffen: ein Berater, der das Unternehmen, die Branche und das lokale Marktumfeld kennt, steht für die Kreditkommission ein. Das ist für KMU ein Vorteil gegenüber zentralisierten Risikoprozessen grösserer Banken.
Kantonale Verwurzelung als weicher Faktor
Viele Berner Unternehmer schätzen die Tradition und die regionale Identität der BEKB. Die Bank ist Teil des Berner Wirtschaftsgefüges: Sponsoring von lokalen Veranstaltungen, Unterstützung von Startups (in Zusammenarbeit mit dem Kanton), Mitgliedschaften in Wirtschaftsverbänden. Für Unternehmer, denen dieser Faktor wichtig ist, bietet die BEKB einen Identitätsbonus, den Bank Cler nicht replizieren kann.
Gebührenvergleich: wo liegt der Unterschied?
| Position | Bank Cler | BEKB |
|---|---|---|
| Grundgebühr Geschäftskonto | Ab ca. CHF 10 bis 15 / Monat | Ab ca. CHF 15 / Monat |
| Transaktionsgebühren | Je nach Paket | Je nach Paket |
| QR-Rechnung | Im Paket | Im Paket |
| TWINT Business | Ja | Ja |
| Debitkarte | Inklusive | Inklusive |
| Kreditkarte | Separate Beantragung | Separate Beantragung |
| Sparzinsen | Wettbewerbsfähig | Standard |
| Kreditmargen | Eingeschränkte Produkte | Vollständige KMU-Produkte |
Grundgebühren sind vergleichbar. Die BEKB kann unter Umständen etwas teurer bei der Kontoführung sein; dafür bietet sie das vollständige Kreditangebot. Für KMU, die keine Kreditprodukte nutzen, ist Bank Cler manchmal marginal günstiger. Für KMU mit Kreditbedarf überwiegt die BEKB mit ihrem umfassenderen Produktangebot klar.
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Typische Anwendungsfälle
Szenario 1: Architekturbüro in Bern, 5 Mitarbeitende, Kreditlinie für Projektvorphinanzierungen Das Büro fakturiert Projekte mit langen Zahlungszielen und braucht gelegentlich einen Kontokorrentkredit für Vorfinanzierungen. BEKB ist die stärkere Wahl: vollständige Kreditkompetenz, persönliche Beratung in Bern und Staatsgarantie für die Liquiditätsreserve.
Szenario 2: Online-Shop-Gründerin in Biel, Einzelunternehmerin Die Unternehmerin hat einen reinen E-Commerce-Betrieb ohne Bargeldumsatz und ohne Kreditbedarf. Bank Cler mit Zak-App wäre eine günstige, digital ausgerichtete Lösung. Aber auch Neon Business wäre hier eine preisgünstigere Alternative; BEKB ist für dieses Profil über-dimensioniert.
Szenario 3: Pension in Kandersteg, Hypothek auf Gästehaus Eine Pensionsinhaberin im Berner Oberland sucht eine Hypothek für eine Erweiterung. BEKB ist im Berner Oberland präsent und vergibt Gewerbeimmobilienhypotheken. Bank Cler hat in Kandersteg keine Filiale und ist für Gewerbeimmobilienhypotheken weniger spezialisiert.
Szenario 4: Freelance-Übersetzer in Zürich, Berner Herkunft Ein Freelancer mit Wohnsitz in Zürich, aber kultureller Bindung an Bern. BEKB hat in Zürich keine Filialen; Bank Cler hat eine Filiale in Zürich. Für eine reine Schweizer Zahlungsverkehrsverbindung ohne regionale Bindung ist Bank Cler oder eine Digitalbank die pragmatischere Wahl.
Häufige Fehler
Fehler: Bank Cler wählen und erst danach merken, dass Kredit nötig ist
Bank Cler ist primär Retailbank; komplexe KMU-Kreditprodukte sind nicht ihr Kerngeschäft. Unternehmer, die absehbar eine Kreditlinie oder Investitionsfinanzierung brauchen, sollten von Anfang an eine Bank mit vollständiger KMU-Kreditkompetenz wählen, wie die BEKB. Eine nachträgliche Bankbeziehung aufzubauen kostet Zeit.
Fehler: Staatsgarantie von Bank Cler mit der der BKB verwechseln
Die Basler Kantonalbank (BKB) trägt die Staatsgarantie des Kantons Basel-Stadt. Bank Cler ist Tochtergesellschaft der BKB, trägt aber selbst keine Staatsgarantie. Diese Unterscheidung ist rechtlich bedeutsam: Einlagen bei Bank Cler sind nur bis CHF 100'000 durch esisuisse gesichert; bei der BEKB unbegrenzt durch den Kanton Bern.
Fehler: BEKB für Unternehmen ausserhalb des Kantons Bern wählen
Die BEKB ist auf den Kanton Bern und angrenzende Gebiete fokussiert. Für Unternehmen in Zürich, der Ostschweiz oder im Tessin bietet die BEKB keine lokale Beratung und kein Filialnetz. Für diese Regionen ist die lokale Kantonalbank oder Raiffeisen die bessere Wahl.
Fehler: Digitale App mit vollständigem Banking gleichsetzen
Die Zak-App von Bank Cler ist ein gutes Werkzeug für einfaches Finanzmanagement. Sie ersetzt aber kein vollständiges KMU-Banking: kein Kreditgeschäft, eingeschränkte Unternehmensberatung. Wer denkt, digitale App bedeutet vollständige Bankleistung, unterschätzt was für KMU tatsächlich wichtig ist.
Sicherheitsvergleich: Einlagenschutz im Detail
esisuisse vs. Staatsgarantie: der Unterschied
Die esisuisse schützt Einlagen bis CHF 100'000 pro Person und Bank bei allen FINMA-regulierten Banken. Die kantonale Staatsgarantie einer Kantonalbank bietet darüber hinaus: Haftung des Kantons für alle Verbindlichkeiten. Für operative Konten mit kleinem Saldo ist der Unterschied irrelevant. Für Unternehmen, die Liquiditätsreserven über CHF 100'000 halten, ist die BEKB mit Staatsgarantie klar sicherer als Bank Cler.
Checkliste: Bank Cler oder BEKB?
BEKB wählen, wenn:
- Das Unternehmen im Kanton Bern, in Freiburg oder Teilen von Solothurn tätig ist
- Eine Kreditlinie, ein Betriebskredit oder eine Gewerbehypothek benötigt wird
- Die Staatsgarantie für Einlagen über CHF 100'000 relevant ist
- Ein dichtes Filialnetz im Kanton Bern gewünscht wird
- Persönliche Beratung durch einen lokalen KMU-Berater wichtig ist
Bank Cler wählen, wenn:
- Das Unternehmen national tätig ist ohne Schwerpunkt im Kanton Bern
- Einfaches digitales Banking ohne Kreditbedarf ausreicht
- Die Zak-App-Philosophie ansprechend ist
- Attraktive Sparzinsen für Unternehmensreserven unter CHF 100'000 gesucht werden
- Das Profil eher Einzelunternehmer oder Freelancer ist
Fazit
Bank Cler und die BEKB bedienen zwar teilweise ähnliche Kunden, positionieren sich aber klar unterschiedlich. Die BEKB ist die vollständige KMU-Bank des Kantons Bern: Staatsgarantie, dichte Filialabdeckung, breite Kreditkompetenz. Bank Cler ist die national ausgerichtete Retailbank für einfaches Banking mit digitalem Fokus, primär für Privatkunden und einfache Unternehmenskonten. Für KMU mit Kredit- oder Hypothekarbedarf im Kanton Bern ist die BEKB die klar stärkere Wahl. Für digital-affine Einzelunternehmer oder Kleinstbetriebe ohne Kreditbedarf und mit nationaler Tätigkeit ist Bank Cler eine kompakte und zugängliche Alternative.
BEKB
Die Berner Kantonalbank mit Staatsgarantie: vollständiges KMU-Banking im Kanton Bern mit dichtem Filialnetz und unbegrenzter Einlagensicherung durch den Kanton
Ab ca. CHF 15 / Monat
Bank Cler
Die digitale nationale Retailbank für einfaches Geschäftsbanking: Zak-App, Sparkonten und ca. 30 Filialen in den grossen Schweizer Städten
Ab ca. CHF 10 bis 15 / Monat
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Haeufige Fragen
Hat Bank Cler eine Staatsgarantie?
Was ist der Hauptunterschied zwischen Bank Cler und BEKB?
Bietet Bank Cler auch Geschäftskredite?
Ist Bank Cler günstiger als die BEKB?
Welche Bank ist besser für einen Berner Gewerbetreibenden?
Hat die BEKB mehr Filialen als Bank Cler?
David Mueller
Banking und Buchhaltungs-Tools
David Mueller vergleicht Geschäftskonten, Buchhaltungssoftware und SaaS-Tools für Schweizer KMU. Er ist selbst Gründer und CFO.