GmbH gründen in Interlaken: Jungfrauregion, Welttourismus und AdventureTech im Berner Oberland

6. Mai 20265 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • Interlaken ist das internationale Tourismuszentrum des Berner Oberlandes und Gateway zur Jungfrauregion (Jungfraujoch, Eiger, Schilthorn); jährlich kommen mehrere Millionen Gäste, insbesondere aus Japan, China und Südostasien.
  • Die Adventure-Sports-Industrie (Paragliding, Skydiving, Canyoning, Wildwasser-Rafting) ist in Interlaken zu einem eigenständigen Wirtschaftszweig geworden; lokale Betriebe sind international vernetzt und haben hohen Tech-Bedarf.
  • Bern HB ist per InterRegio in ca. 50 Minuten erreichbar; Zürich HB ist ab Bern in ca. 60 Minuten zugänglich. Die Berner Fachhochschule (BFH) in Bern bietet akademische Forschungspartnerschaften per Direktverbindung.
  • Das Handelsregisteramt des Kantons Bern ist zuständig; die Amtssprache ist Deutsch. Die kombinierte Gewinnsteuerlast liegt bei ca. 21,0%.
  • Interlaken eignet sich für TravelTech-, AdventureTech- und HospitalityTech-Startups mit Pilotkunden-Anspruch in einem der meistbesuchten Schweizer Tourismusorte mit internationalem Premiumsegment.

Interlaken ist der Prototyp des Schweizer Tourismus-Standorts: Gateway zur Jungfrauregion, Welthauptstadt für Adventure Sports und jährlich Ziel mehrerer Millionen internationaler Gäste, die von asiatischen Reisegruppen bis zu europäischen Abenteuerreisenden reichen. Für Startups in TravelTech, HospitalityTech und AdventureTech bietet Interlaken eine Pilotkunden-Dichte, die in der Schweizer Tourismuslandschaft einzigartig ist.

Interlaken: Jungfrauregion, internationale Adventure-Sports-Industrie und ca. 21,0% Gewinnsteuer

Interlaken ist Gateway zur Jungfrauregion und Schweizer Zentrum für Adventure Sports. Bern HB ist per InterRegio in ca. 50 Minuten erreichbar; Zürich HB ab Bern in ca. 60 Minuten. Die kombinierte Gewinnsteuerlast liegt bei ca. 21,0% (Kanton Bern).

Handelsregisteramt und Gründungsprozess

Da Interlaken im Kanton Bern liegt, werden GmbH- und AG-Gründungen beim Handelsregisteramt des Kantons Bern eingetragen. Die Amtssprache ist Deutsch.

Gründungsschritte in Interlaken:

  1. Firmennamen auf Zefix prüfen.
  2. Statuten ausarbeiten und Stammdaten festlegen.
  3. Öffentliche Beurkundung beim Berner Notar (in Interlaken oder Bern).
  4. Stammkapital einzahlen (mindestens CHF 20'000 für GmbH).
  5. Einreichung beim Handelsregisteramt Kanton Bern über EasyGov oder per Post.
  6. Eintragungsdauer: in der Regel 5 bis 10 Arbeitstage.

Startup-Ökosystem und Ressourcen

Jungfraubahn-Gruppe: Der Bergbahnbetreiber (Jungfraujoch, Schilthornbahn, Männlichen) ist der wichtigste Industrieakteur der Region mit hohem Technologiebedarf in Reservationssystemen, Predictive Maintenance und touristischer Erlebnisgestaltung. Für TravelTech-Startups bieten die Jungfraubahn-Betriebe direkte Pilotkunden auf Premium-Niveau.

Adventure-Sports-Cluster: Anbieter wie Skydive Interlaken, Outdoor Interlaken und zahlreiche weitere Outdoor-Unternehmen bilden einen informellen Cluster mit gemeinsamen Herausforderungen in Buchungssoftware, Sicherheitsmanagement und Gästedatenanalyse. Für AdventureTech-Startups ist dieser Cluster ein direkter Testmarkt.

Schweizer Tourismusverband (STV) und Schweiz Tourismus: Der nationale Tourismusverband und die nationale Tourismusmarketing-Organisation sind in Zürich und Bern angesiedelt, haben aber Interlaken als prioritären Partnerzielort. Für TravelTech-Startups bieten diese Verbindungen überregionale Skalierungsmöglichkeiten.

Berner Fachhochschule (BFH, Bern, 50 Minuten): Die BFH bietet Forschungsgruppen in Wirtschaft, Gesundheit und Technik; für Startups mit Innosuisse-Kooperationsbedarf ist die BFH per Direktbahn erreichbar.

Wichtige Branchen und Netzwerke

Bergtourismus und Bergbahntechnologie: Die Jungfrauregion betreibt eine der komplexesten Bergbahn-Infrastrukturen der Welt; Predictive Maintenance, IoT-Sensortechnik und digitale Kapazitätsmanagementsysteme sind aktuelle Anforderungen. Für DeepTech-Startups mit Bergbahn-Technologiebezug bietet Interlaken einen weltweit einzigartigen Anwendungskontext.

Adventure Sports und Outdoor Experience: Paragliding, Skydiving, Canyoning, Wildwasser-Rafting und Klettern sind wirtschaftlich bedeutende Sektoren mit hohem Technologiebedarf in Buchung, Sicherheit und Dokumentation. Für Startups in Sicherheitstechnologie (Wearables, Tracking) und Erlebnismanagement bietet Interlaken direkte Industriepartner.

Internationale Hotellerie und Hospitality: Die Hotelbranche in Interlaken ist aussergewöhnlich international; Mehrsprachigkeit, Revenue Management und personalisierte Gästeerlebnisse sind aktuelle Anforderungen. Für HospitalityTech-Startups bietet Interlaken ein konzentriertes Pilotkunden-Umfeld mit internationalen Ansprüchen.

Asiatische Märkte und Incomingturismus: Die Dominanz asiatischer Gäste schafft spezifische Anforderungen in Übersetzungstechnologie, kulturell angepassten Buchungsprozessen und WeChat-/Alipay-Integration. Für Startups in AsienTech und interkultureller Kommunikationstechnologie bietet Interlaken einen realen Erprobungskontext.

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Büroviertel und Stadtteile für Startups

Interlaken Zentrum (Höheweg): Die Hauptstrasse mit Hotels, Restaurants und Reiseveranstaltern. Repräsentative Adresse für Tourismus-nahe Unternehmen; hohe Mietpreise im Schweizer Tourismusstandard.

Interlaken Ost (Bahnhofsquartier): Nähe zu Interlaken Ost Bahnhof mit Jungfraubahn-Abgängen; für Teams mit häufigen Bergbahn-Kundenkontakten logistisch sinnvoll.

Unterseen (direkt angrenzend): Historischer Nachbarort mit günstigeren Büroflächen bei gleicher Infrastruktur und S-Bahn-Anschluss. Für Teams mit Budget-Priorität.

Matten bei Interlaken: Wohn- und Gewerbegemeinde südlich von Interlaken mit günstigen Gewerbeflächen und ruhigem Arbeitsumfeld.

Acceleratoren und Netzwerkanlässe

Interlaken Tourismus Events: Branchenanlässe der regionalen Tourismusorganisation Interlaken Tourismus; direkter Kontakt zu Hoteliers, Bergbahnbetreibern und Adventure-Sports-Anbietern.

Jungfraubahn Innovation: Die Jungfraubahn-Gruppe führt gelegentlich Partnerveranstaltungen und Innovationsgespräche durch; für TravelTech- und IoT-Startups ein direkter Pilotkunden-Kanal.

Berner Fachhochschule Events (Bern, 50 Minuten): Netzwerkanlässe und Spin-off-Events der BFH; per Direktbahn gut erreichbar.

Tourismus Forum Interlaken: Regelmässige Wirtschaftsanlässe mit regionalen Tourismusentscheidern; für Startups mit Tourismusbezug ein direkter regionaler Netzwerkkanal.

Swiss Tourism Summit (Bern/Zürich): Der nationale Tourismustag ist für Interlakner Teams per Bahn gut erreichbar; wichtigster nationaler Branchenkanal.

Kosten und Infrastruktur

KostenfaktorInterlaken (Orientierung)
Bürofläche ZentrumCHF 140 bis CHF 260 / m² / Jahr
Co-Working DeskCHF 180 bis CHF 380 / Monat
Notarkosten GmbH-Gründungca. CHF 900 bis CHF 1'800
Handelsregistergebührca. CHF 600
Gewinnsteuerlast (kombiniert)ca. 21,0%

Für wen eignet sich Interlaken als Gründungsstandort?

Optimaler Fit: TravelTech- und HospitalityTech-Startups mit Zugang zu internationalen Bergbahn- und Hotelkunden; AdventureTech-Startups in Buchungssoftware, Sicherheitstechnologie und Erlebnismanagement; Startups, die asiatische Touristenmärkte direkt testen wollen; Gründer, die im Berner Oberland wohnen und eine lokale Firmenadresse bevorzugen.

Weniger geeignet: FinTech-, Software- und generische ICT-Startups ohne Tourismus- oder Outdoor-Bezug (Bern oder Zürich sind geeigneter); Teams, die täglich ein dichtes Startup-Ökosystem benötigen; Startups, für die die Steuerlast von ca. 21,0% ein primäres Ausschlusskriterium ist.

Wichtige Anlaufstellen

InstitutionAufgabeKontakt
Handelsregisteramt Kanton BernGmbH/AG-Eintragungbe.ch/handelsregister
EasyGovDigitale Gründungseinreichungeasygov.swiss
Interlaken TourismusRegionale Tourismusorganisationinterlaken.ch
Jungfraubahn-GruppeIndustriepartner Bergbahnenjungfrau.ch
Berner Fachhochschule (BFH)Forschungspartnerschaftenbfh.ch

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Haeufige Fragen

Was ist die Jungfrauregion und welche wirtschaftliche Bedeutung hat sie für Interlaken?
Die Jungfrauregion umfasst das Gebiet rund um Eiger, Mönch und Jungfrau im Berner Oberland; Interlaken ist das Eingangstor zu diesem Gebiet. Die Jungfraubahn-Gruppe (Betreiber von Jungfraujoch, Schilthorn, Männlichen) ist der wichtigste Arbeitgeber und Pilotkunden-Kontext für Startups. Das Jungfraujoch (3'454 m ü.M.) ist mit ca. 1 Million Besuchern pro Jahr eines der meistbesuchten Bergziele Europas; für TravelTech- und ExperienceTech-Startups bieten die Bergbahnbetriebe direkte Pilotkunden im Premium-Tourismusnischensegment.
Warum ist Interlaken das Zentrum für Adventure Sports in der Schweiz?
Die geografische Lage zwischen zwei Seen und umgeben von Alpen sowie die hohe Konzentration internationaler Touristenströme haben in Interlaken ein einzigartiges Adventure-Sports-Cluster entstehen lassen. Paragliding von der Schynige Platte, Tandemskydiving über dem Berner Oberland, Canyoning im Saxeten- und Lütschental sowie Wildwasser-Rafting auf der Lütschine sind international etablierte Angebote. Für AdventureTech-Startups in Buchungssoftware, Sicherheitstechnologie oder Erlebnismanagement bieten diese Anbieter direkte Pilotkunden.
Gibt es in Interlaken Hochschulen oder Forschungsinstitutionen?
Interlaken hat keine eigene Hochschule; die nächste Fachhochschule ist die Berner Fachhochschule (BFH) in Bern (50 Minuten per Bahn). Die Schweizerische Tourismusfachschule (SHV) mit Abschlüssen in Tourismus und Hotellerie ist nicht in Interlaken ansässig; die EHL (Ecole hôtelière de Lausanne) ist der wichtigste Schweizer Hospitality-Bildungspartner (ca. 2 Stunden). Für Startups mit akademischem Hintergrund ist Bern mit BFH und Universität Bern der nächste Forschungspartner-Knotenpunkt.
Welche internationalen Märkte dominieren den Tourismus in Interlaken?
Interlaken ist eines der wenigen Schweizer Touristenziele mit überdurchschnittlich starken asiatischen Märkten: Japan, China, Indien, Südkorea und Südostasien sind führende Quellmärkte; in der Hauptsaison sind viele Interlakner Angebote auf asiatische Reisegruppen ausgerichtet. Daneben sind europäische Gäste (Deutschland, UK, Frankreich) und Gäste aus dem Nahen Osten bedeutend. Diese internationale Marktstruktur bietet für Startups in mehrsprachiger TravelTech-Software und Cultural-Experience-Plattformen einen ungewöhnlichen Pilotkunden-Kontext.
Wie ist Interlaken verkehrstechnisch angebunden?
Interlaken hat zwei Bahnhöfe (Interlaken West und Interlaken Ost); Bern HB ist per InterRegio in ca. 50 Minuten erreichbar. Von Bern aus sind Zürich (60 Minuten) und Basel (60 Minuten) per Intercity zugänglich; Luzern ist über das Berner Oberland oder Lauterbrunnen/Grindelwald in ca. 2 Stunden erreichbar. Die Jungfraubahn-Verbindungen (Grindelwald, Lauterbrunnen, Wengen, Mürren) gehen von Interlaken Ost ab. Ein Regionalflughafen besteht nicht; nächster internationaler Flughafen ist Bern-Belp (ca. 55 Minuten) oder Zürich-Kloten (ca. 110 Minuten).
Thomas Kaufmann

Thomas Kaufmann

Spezialist für Unternehmensgründung

Thomas Kaufmann begleitet Gründer bei der Wahl der Rechtsform und dem Handelsregistereintrag. Zuvor war er als Notariatsgehilfe tätig.