GmbH gründen in Bern: Bundesstadt, GovTech und regionale Wirtschaftsförderung
Das Wichtigste in Kürze
- Bern ist als Bundesstadt der Schweiz Sitz der Bundesverwaltung, der Bundesbehörden und des Bundesrats, was einzigartige GovTech-Beschaffungsmöglichkeiten eröffnet.
- Das Handelsregisteramt des Kantons Bern ist zuständig für Gründungen mit Sitz in der Stadt und im Kanton Bern; die Einreichung erfolgt digital über EasyGov.
- Die kombinierte Gewinnsteuerlast in Bern liegt bei rund 21,0% und gehört damit zu den höheren in der Schweiz; die Stadt bietet dafür tiefere Büromietpreise als Zürich.
- be-advanced ist die kantonale Wirtschaftsförderungsorganisation und Anlaufstelle für Startups, Internationalisierung und Förderprogramme im Kanton Bern.
- ICT, GovTech, CleanTech und MedTech sind die stärksten Startup-Branchen in der Region Bern.
Bern als Bundesstadt der Schweiz ist ein besonderer Gründungsstandort: Nirgendwo sonst ist die eidgenössische Verwaltung direkter als potenzieller Kunde greifbar. Wer Lösungen für staatliche Stellen entwickelt, für Verwaltungsdigitalisierung oder öffentliche Infrastruktur, findet in Bern den direktesten Marktzugang der Schweiz.
Bern: GovTech-Hauptstadt der Schweiz
Die Bundesverwaltung beschäftigt in Bern über 40'000 Menschen und ist einer der grössten Beschaffungsakteure der Schweiz. Für Startups mit digitalen Lösungen für staatliche Stellen ist Bern der direkteste Einstiegspunkt in einen stabilen B2G-Markt.
Handelsregisteramt und Gründungsprozess
GmbH- und AG-Gründungen mit Sitz im Kanton Bern werden beim Handelsregisteramt des Kantons Bern eingetragen. Zuständig ist das Amt für Notariat und Register des Kantons Bern.
Gründungsschritte in Bern:
- Firmennamen auf Zefix prüfen.
- Statuten ausarbeiten und Stammdaten festlegen.
- Öffentliche Beurkundung beim Berner Notar.
- Stammkapital einzahlen (mindestens CHF 20'000 für GmbH).
- Einreichung über EasyGov oder schriftlich beim Handelsregisteramt Bern.
- Eintragungsdauer: in der Regel 5 bis 10 Arbeitstage.
Eine Besonderheit: Der Kanton Bern ist zweisprachig (Deutsch und Französisch); die Stadt Bern selbst ist deutschsprachig.
Startup-Ökosystem und Ressourcen
be-advanced: Die kantonale Wirtschaftsförderungsorganisation ist die erste Anlaufstelle für Startups in Bern. Sie bietet kostenlose Beratung, Networking-Zugang zur Berner Wirtschaft und Information über Förderprogramme.
Impact Hub Bern: Teil des internationalen Impact-Hub-Netzwerks, mit Fokus auf nachhaltige Unternehmungen und soziale Innovation. Co-Working, Events und Community für Startups.
Universität Bern und BFH: Die Universität Bern bietet starke medizinische, rechtswissenschaftliche und naturwissenschaftliche Forschungsgruppen. Die Berner Fachhochschule (BFH) hat Technologietransfer-Strukturen und ist an Innosuisse-Projekten beteiligt.
Innosuisse Hauptsitz: Innosuisse, die Bundesagentur für Innovationsförderung, hat ihren Sitz in Bern. Das ermöglicht direkte Kontakte zur Förderagentur.
Wichtige Branchen und Netzwerke
GovTech und Verwaltungsdigitalisierung: Bundesämter (ASTRA, BAFU, BAG, BIT), Staatssekretariate und kantonale Verwaltungen sind potenzielle Erstkunden. Das Programm «Digitale Verwaltung Schweiz» treibt die Digitalisierung öffentlicher Dienste aktiv voran.
ICT: Bern hat eine etablierte ICT-Szene mit Unternehmen im Bundes-ICT-Umfeld. Für Software-Startups mit öffentlichen Verwaltungen als Kunden gibt es ein solides B2G-Umfeld.
CleanTech und Energie: BKW, Energie Wasser Bern und der Bund als Regulatoren machen Bern zu einem relevanten Standort für Energietechnologie und Klimatechnologien.
MedTech: Das Inselspital Bern ist einer der grössten Universitätsspitäler der Schweiz und ein natürlicher Kooperationspartner für MedTech-Startups.
Büroviertel und Stadtteile für Startups
Länggasse: Studentenviertel nahe der Universität Bern. Günstig, lebendig, gut mit ÖV erschlossen. Geeignet für frühe Teams in der Gründungsphase, die bezahlbare Fläche in einer intellektuell stimulierenden Umgebung suchen.
Mattenhof und Weissenbühl: Aufstrebendes Quartier südlich der Altstadt. Mix aus Wohnen und Gewerbe; Co-Working-Angebote vorhanden; gute Tramanbindung und moderatere Mietpreise als die Innenstadt.
Bern-Wankdorf: Modernes Büroquartier im Nordosten der Stadt rund um den gleichnamigen Bahnhof. Grosse Büroflächen, schnelle Verbindung zum Hauptbahnhof Bern, günstigere Preise als Innenstadt. Beliebt bei ICT- und GovTech-Unternehmen.
Bern-Bümpliz und Stöckacker: Industriell geprägte Westquartiere mit günstigen Gewerbeflächen. Sinnvoll für Startups, die Lagerfläche, Werkstätten oder Showrooms benötigen; S-Bahn-Anbindung vorhanden.
Ostermundigen: Unmittelbar östlich der Stadtgrenze, per S-Bahn in wenigen Minuten im Zentrum. Günstigere Gewerbeflächen; beliebt bei Startups, die wachsen und mehr Platz brauchen.
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Acceleratoren und Netzwerkanlässe
Startraum Bern: Das wichtigste Co-Working- und Startup-Community-Angebot in Bern mit regelmässigen Networking-Abenden, Pitch-Formaten und Workshop-Angeboten speziell für Gründer.
Bern Startup Hub: Netzwerkanlass und Community-Plattform für Berner Startups mit monatlichen Events, Mentoring-Sessions und Verbindung zur Berner Wirtschaft und Bundesverwaltung.
ICT Switzerland und digitalswitzerland Bern: Beide Organisationen haben starke Berner Vertretungen und veranstalten regelmässige Anlässe mit Fokus auf Verwaltungsdigitalisierung und ICT-Policy, wo GovTech-Startups direkten Zugang zu Entscheidungsträgern finden.
BFH Startup Lounge: Die Berner Fachhochschule veranstaltet regelmässige Startup-Events, bei denen Gründer aus BFH-Projekten und externe Teams zusammenkommen und Hochschulkontakte knüpfen können.
Business Angels Bern: Lokales Angel-Netzwerk mit Schwerpunkt auf Berner Startups in ICT, CleanTech und MedTech. Verbindet Startups mit regionalen Frühphaseninvestoren mit Kenntnissen der Berner Wirtschaft.
Innosuisse Beratungsgespräche: Da Innosuisse seinen Hauptsitz in Bern hat, können Berner Startups besonders einfach persönliche Beratungsgespräche vor der Antragstellung vereinbaren; ein konkreter Standortvorteil für die Antragsqualität.
Kosten und Infrastruktur
| Kostenfaktor | Bern (Orientierung) |
|---|---|
| Bürofläche Zentrum | CHF 180 bis CHF 350 / m² / Jahr |
| Co-Working Desk | CHF 200 bis CHF 450 / Monat |
| Notarkosten GmbH-Gründung | ca. CHF 900 bis CHF 1'800 |
| Handelsregistergebühr | ca. CHF 600 |
| Gewinnsteuerlast (kombiniert) | ca. 21,0% |
Für wen eignet sich Bern als Gründungsstandort?
Optimaler Fit: GovTech-Startups, die mit Bundesbehörden arbeiten wollen; ICT-Dienstleister mit Bundesverwaltung als Kunden; MedTech-Startups mit Inselspital-Kooperation; Gründer, die tiefere Bürokosten als in Zürich suchen und das Bundesstadtumfeld schätzen.
Weniger geeignet: Startups, die primär private Grossunternehmen als Kunden haben; steueroptimierungsorientierte Gründungen (Bern hat eine der höheren kombinierten Steuerlastes der Schweiz).
Wichtige Anlaufstellen
| Institution | Aufgabe | Kontakt |
|---|---|---|
| Handelsregisteramt Kanton Bern | GmbH/AG-Eintragung | hrb.be.ch |
| EasyGov | Digitale Gründungseinreichung | easygov.swiss |
| be-advanced | Kantonale Wirtschaftsförderung Bern | be-advanced.ch |
| Impact Hub Bern | Co-Working, Startup-Community | bern.impacthub.net |
| Berner Fachhochschule (BFH) | Technologietransfer, Innosuisse | bfh.ch/transfer |
EasyGov
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Haeufige Fragen
Was sind die Vorteile von Bern als Gründungsstandort gegenüber Zürich?
Was ist be-advanced?
Wie laufen Beschaffungsverfahren des Bundes ab, die für Startups relevant sind?
Gibt es in Bern Co-Working-Spaces speziell für Startups?
Welche Hochschulen in Bern sind für Startups relevant?
Thomas Kaufmann
Spezialist für Unternehmensgründung
Thomas Kaufmann begleitet Gründer bei der Wahl der Rechtsform und dem Handelsregistereintrag. Zuvor war er als Notariatsgehilfe tätig.